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Saxophon - Klingende Sammlung - Ausstellung Guide
Adolphe Sax

Eine französische Familie mit belgischem Vater

Um 1840 entwickelte der belgische Instrumentenbauer Adolphe Sax ein neues Instrument und benannte es nach sich selbst: «Saxophon». Er stellte es in allen Grössen her, vom kleinen Sopranino bis zum achtmal grösseren Kontrabass.

«Diese neuen Stimmen im Orchester besitzen seltene und wertvolle Qualitäten. Süss und durchdringend in der Höhe, voll und einschmeichelnd in der Tiefe und zutiefst ausdrucksvoll in der Mittellage», beschrieb Hector Berlioz 1855 die neue Instrumentenfamilie («Ces nouvelles voix données à l’orchestre possèdent des qualités rares et précieuses. Douces et pénétrantes dans le haut, pleines, onctueuses dans le grave, leur medium a quelque chose de profondément expressif»).

Ursprünglich für den Einsatz im Orchester und in der Harmoniemusik entwickelt, verdankt das Saxophon seine grosse Beliebtheit heute seiner Verwendung im Jazz. Viele bedeutende Jazz-Musiker, von Charlie Parker bis Branford Marsalis, sind Saxophonisten.

Zunächst wollte Adolphe Sax nur die Ophikleide verbessern. Er versah sie mit einem Bassklarinetten-Mundstück anstelle des Blechbläser-Mundstücks, um so ein stärkeres und intonationssichereres Bassinstrument zu erhalten: Diese «Ophicléide à bec» war das erste Saxophon.

Dann veränderte er die Klappenmechanik: Die Klappen der Ophikleide sind geschlossen und öffnen sich mittels der Hebel. Das Saxophon hingegen hat wie die Holzblasinstrumente primär offene Klappen, die sich schliessen lassen.

Titelbild: Adolphe Sax (geboren 1814 in Belgien, gestorben 1894 in Paris).
Werkstätte der Firma Adolphe Sax in Paris um 1848. Sie beschäftigte bis zu 80 Angestellte und baute von 1843 bis 1880 rund 45′000 Instrumente, wovon über 600 erhalten sind. Rund 90% der Produktion waren Blechblasinstrumente für Orchester und Militärmusik, nur knapp 10% entfielen auf Saxophone. (mehr...)
Patentantrag von Adolphe Sax für sein «Saxophon», 1846 eingereicht in Paris. Das Patent war 15 Jahre lang gültig. Im Patentantrag sind nur Bariton (Nr. 1) und Bass (Nr. 2, in Ophikleidenform) im Detail ausgearbeitet. Die anderen Grössen hat Sax nur rudimentär skizziert. Erst später vervollständigte er die Familie vom Sopranino bis zum Kontrabass.

Besetzung Harmoniemusik

Besetzung Infanterie

Die Besetzung einer französischen Infanteriemusik laut Dekret von 1860. Sie entspricht in ihrer klanglichen Idee der heutigen Harmoniebesetzung. Holzblasinstrumente waren nebst Piccolo, Flöten, Oboen, Klarinetten 8 Saxophone: Je 2 Sopran, Alt, Tenor und Bariton. Als Blechblasinstrumente waren Cornets, Trompeten, Posaunen und Saxhörner aller Grössen vorgesehen. Dazu gehörte ein vielfältiges Schlagzeug.

Wann spielte "Bird", der Jazzsaxophonist Charlie Parker, auf einem Plastik-Saxophon?

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Selten und nur zur Not. Nämlich dann, wenn er wegen Geldmangels sein Metall-Saxophon wieder einmal im Pfandhaus hatte abgeben müssen!